Umbau Haus Gartenstrasse 8

Ort: Gartenstrasse 8, 9000 St.Gallen
Direktauftrag: 2014
Ausführung: 2015 – 2016
Bauherrschaft: AGWAR AG
Publikation: Hochparterre, 10/2017. PDF anzeigen
Dokumentation: PDF anzeigen
 
Das Haus an der Gartenstrasse 8 stammt aus den späten 70er-Jahren. Ein fünfgeschossiger Gebäudeteil begleitet die Gartenstrasse, ein dreigeschossiger Annexbau – dieser wird im Zuge der Sanierung um ein zusätzliches Geschoss erweitert – besetzt den Innenhof. Die sehr plastisch ausgebildete Waschbetonfassade ist ein typischer Vertreter seiner Zeit. In diesem Geiste erfolgt deshalb auch die Sanierung der Gebäudehülle. Die direkte und kontrastreiche Farbgebung sowie sehr bewusst und zeittypisch gestaltete Details, wie die an den Ecken abgerundeten Fassungen der Fenstergläser, werden beibehalten, ertüchtigt, ergänzt und neu interpretiert. Die Erdgeschossfassade wird an heutige Anforderungen einer Gewerbe- und Büronutzung angepasst und es werden neue Zugänge geschaffen. Insgesamt zeigt sich das Erdgeschoss offener und einladender. Es soll neben den bisherigen Büroflächen neu auch Platz für Gewerbe bieten. Mehr

 
Während das erste Obergeschoss wie bisher ebenfalls als Bürofläche dient, erfolgt vom zweiten bis zum vierten Obergeschoss der wohl signifikanteste Eingriff in die Struktur und Funktion des Hauses. In die drei grosszügigen, nur durch Stützen und einen Erschliessungskern gegliederten Obergeschosse werden 31 Kleinwohnungen eingebaut. In der Tiefe des Hauses finden neben den neu gestalteten Erschliessungsbereichen auch Waschräume für alle Bewohner sowie verschiedene Nebenräume Platz.
 
Betreten werden alle Wohnungen über eine aus Entrée, Bad und Reduit bestehende Raumschicht. Ähnlich einer Hoteltypologie nutzen diese Räume ohne Tageslichtbedarf die grosse Tiefe des Gebäudes geschickt aus. Die eigentlichen Wohn- und Schlafräume profitieren von einer grosszügigen Raumhöhe und der lichten, vollverglasten Fassade. Eine simpel gestaltete Küchenzeile zoniert den Wohn- und Essraum. Der Schlafraum der Kleinwohnungen ist in den meisten Fällen nur durch ein nischenbildendes Wandstück abgetrennt. Die Fassade bleibt durchgehend erlebbar und lässt die kompakten Wohnungen luftiger, heller und weiter erscheinen.
 
Die Materialisierung unterstützt diese Leichtigkeit – einzelne Elemente werden hervorgehoben oder subtil überzeichnet, andere halten sich dezent im Hintergrund. Es wird ein gesundes Gleichgewicht zwischen Einfachheit und Komplexität, zwischen Bescheidenheit und Wertigkeit angestrebt.
Über der Aufstockung im Hof, welche die vier grosszügigsten Wohnungen beherbergt, entsteht eine Dachterrasse welche allen Bewohnern zugänglich ist. Weniger

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