Schulanlage Thurgauerstrasse

Ort: Thurgauerstrasse, Zürich - Seebach
Wettbewerb: 1. Rang 2017
Auslobende Stelle: Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Landschaftsarchitektur: Pauli Stricker Landschaftsarchitekten GmbH, St.Gallen
Gesamtenergiekonzept: BS2 Building Systems & Solutions AG, Zürich
Energie und Gebäudetechnik: Wirkungsgrad Ingenieure AG, Rapperswil-Jona
Bauphysik: Bakus Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich
Bauingenieurwesen: Borgogno Eggenberger + Partner AG, St.Gallen
Fassadenplanung: Feroplan Egineering AG, Chur
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Das L-förmige, 90 Meter lange Schulhaus begleitet die Thurgauerstrasse mit ihren grossmassstäblichen Bauten. Zum zukünftigen Quartierpark hin knickt der Baukörper ab und bildet eine 40 Meter lange Parkfassade vis-à-vis des projektierten Hochhauses. Im Kontrast zu den zukünftigen Nachbarbauten ist das Gebäude bewusst tief gehalten, was seine Öffentlichkeit und Präsenz stärkt. Zum kleinmassstäblichen Einfamilienhausquartier im Westen zeigt sich das Gebäude in Folge des Niveauunterschiedes nur dreigeschossig. Strukturelle Halbhöfe in der Nordwestfassade gliedern den Baukörper nochmals kleinteiliger. Die sich auf diese Weise abzeichnenden Risalite bilden die Clustereinheiten des Schulhauses nach aussen ab. Der Aussenraum und Pausenbereich der Schulanlage kommt hier in Form eines längsrechteckigen Platzraumes zu liegen. Die attraktive Spielzone zwischen Grubenackerstrasse und den Pflanzgärten bietet als «Kiesplatz unter Bäumen» Raum für vielseitiges und kreatives Kinderspiel, ist gleichzeitig aber auch ein ruhiger Rückzugsort. Im Süden des Perimeters ist der Allwetterplatz auf dem Niveau der Thurgauerstrasse angeordnet. Mehr

 
Das Schulhaus wird vom Pausenplatz an der Grubenackerstrasse wie auch von der Thurgauerstrasse her erschlossen. Ein um zwei Meter in den Strassenraum auskragender Gebäudeteil markiert den Eingang an der Thurgauerstrasse und kennzeichnet das Haus als öffentliches Gebäude. Von diesem Eingang aus erreichen die Kinder, Lehrpersonen und Besucher aus Südosten die Schule. Der Eingang führt über eine attraktive Treppe zum schulhausinternen «Boulevard» auf der Ebene des Schulhausplatzes. Vom Schulhausplatz aus führen drei Eingänge in diesen horizontalen Erschliessungsbereich. Von hier aus sind sämtliche Nutzungen des Gebäudes übersichtlich erreichbar. Die insgesamt 18 Klassenzimmer sind in Cluster gegliedert, welche durch drei separate Treppenhäuser vom «Boulevard» her erschlossen sind.
Im Erdgeschoss der Schule, auf der Ebene des Pausenplatzes sind der Kindergarten mit separatem Aussenbereich angeordnet sowie die Mensa und der Mehrzweckraum, welche parkseitig orientiert sind. Ebenso sind die Bibliothek, Werkräume und Psychomotorik hier zu finden.
In den beiden Obergeschossen liegen im Hauptbaukörper die sechs Cluster, welche jeweils aus drei Klassenzimmern, zwei Gruppenräumen sowie einem strukturell abgedrehten Betreuungsraum bestehen. Diese Schulräume gruppieren sich pro Cluster um eine «gemeinsame Mitte», welche als Aufenthaltszone, Garderobe und erweiterter Schulraum dienen soll. Gruppenräume mit Schiebetüren grenzen an den benachbarten Cluster an, wodurch sich zusätzlich eine horizontale Erschliessung des Schulhauses durch diese Räume ergibt. Im parkseitigen Gebäudetrakt mit eigener Treppen- und Lifterschliessung kommen die Werk- sowie Therapieräume zu liegen. Die Schulpersonalbereiche, die Schulleitung sowie das Sekretariat sind ebenfalls hier angeordnet. Dieser nördliche Gebäudetrakt verfügt ab dem Pausenplatzniveau über eine eigene Treppen- und Lifterschliessung.
Im Sockelgeschoss des Hauses befinden sich der Zugang in den Sportbereich mit Doppelsporthalle, sowie in den Küchenbereich. Ebenfalls sind hier Musikräume angeordnet.
Eine von der statischen Struktur unabhängige, regelmässige Bandfassade prägt die Gestalt des Gebäudes. Das Rastermass des Grundrisses mit dem Modul von 1.375 m gliedert das Haus auch im Ausdruck. Die Brüstungen bestehen aus einer hinterlüfteten Well-Polycarbonat-Fassade. Kostengünstige, masslich standardisierte Photovoltaik-Panels werden dahinter montiert. Diese didaktisch-transparente Fassade des Hauses wird erst auf den zweiten Blick sichtbar, was eine Mehrfachlesbarkeit begünstigt. Je nach Tageszeit und Lichtstimmung erscheint das Haus sehr unterschiedlich, da sich das Licht verschieden stark an der Fassade reflektiert.
Rankgerüste entlang der opaken Stirnfassaden ermöglichen eine dichte, erdgebundene Vertikalbegrünung von grossen Fassadenteilen. Die Halbhöfe werden durch strahlenförmig aufgespannte Rankseile begrünt. Als «fünfte Fassade» wird das grosse Dach, welches von allen umliegenden Gebäuden einsehbar ist, intensiv begrünt. Dies ist ökologisch wie auch ästhetisch ein beachtlicher Mehrwert, welcher nur dadurch möglich wird, weil die benötigten Photovoltaik-Flächen in der Fassade sowie die thermischen Kollektoren (PVT) im Dachrand integriert werden können.
Das Energiekonzept des Projektes basiert auf einem Null-Emissions-Ansatz, welcher im Jahresverbrauch betrachtet eine zu 100% ausgeglichene Strombilanz aufweist. Das Gebäude deckt seinen gesamten Betriebsenergiebedarf aus der Sonneneinstrahlung, welche im Jahresverlauf auf die Gebäudehülle und das Grundstück fällt. Weniger

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