Massnahmenzentrum Bitzi

Ort: 9607 Mosnang
Wettbewerb: 1. Rang 2000
Ausführung: 2004 – 2006
Bauherrschaft: Kanton St.Gallen
Kunst am Bau: Hans Thomann
Dokumentation: PDF anzeigen
 
Das Konzept des neuen Massnahmenzentrums Bitzi basiert auf einer ländlichen Baustruktur. Anstelle eines grossen Gebäudekomplexes wurden die verschiedenen Nutzungen auf einzelne Gebäude verteilt. Die vier windmühlenartig angeordneten Häuser bilden so einen zentralen Platz. Es entsteht der Charakter eines kleinen Dorfes. Sämtliche Hauszugänge sind auf den zentralen Platz ausgerichtet. Sie sind so gut überschau- und kontrollierbar. Die Anlage ist mit einer kleinen Siedlung vergleichbar und integriert sich damit gut in die Umgebung. Entsprechend dem Konzept der Volumendisposition wurde für die Neubauten eine einheitliche Architektursprache verwendet. Die 3-geschossigen Gebäudekörper sind wie Quader klar definiert. Neben den Fensterflächen wird die Spannung in der Fassade durch die gezielt angeordneten Einschnitte im Gebäudevolumen erzeugt. Das sind im Erdgeschoss die Zugänge und in den Obergeschossen die Balkone und Gehbereiche. Mehr

 
Ein weiteres gestalterisches Element sind die Oblichter über den Treppenhäusern, welche auch die Lichtatmosphäre im Innenraum prägen. Durch die gewählte Massstäblichkeit der Neubauten werden die bestehenden Bauten harmonisch in die Siedlungsstruktur eingebunden. Eternitschiefer als Fassadenverkleidung verstärkt den Eindruck der körperhaften Gebäudevolumen und integriert sich gut ins Landschaftsbild. Die Baustruktur der Neubauten basiert auf einem Betonskelettbau. Für Zwischenwände und Gebäudehülle wurden vorfabrizierte Holzelemente eingesetzt.
 
Im Haus 1, dem bestehenden Gebäude, ist hauptsächlich die Verwaltung mit Empfang und die Zentrale untergebracht. Im Weiteren sind noch ein medizinischer Bereich, die notwendigen Büros und die Arrestzellen eingebaut worden. Das Haus 2 ist ein eigentliches Mehrzweckgebäude. Hier wurde die gesamte Haustechnik mit Holzheizung, sowie die Grossküche und der Speisesaal platziert. Neben einer kleinen Mehrzweckhalle sind im Obergeschoss weitere Freizeiträume eingerichtet. Im Haus 3 sind die geschlossene Betreuungsabteilung untergebracht. Neben den beiden Wohngruppen mit je acht Insassen in den Obergeschossen, befinden sich im Erdgeschoss die zugehörigen Arbeitsräume. Jede Wohnungsgruppe verfügt über zwei gedeckte und vergitterte Terrassen als Aussenbereiche. Im Haus 4 schliesslich, sind drei identische Geschosse der offenen Betreuungsabteilung untergebracht. Sie werden über einen zusätzlichen Eingang über das Untergeschoss erschlossen. Pro Geschoss ist je eine Wohngruppe mit 12 Insassen untergebracht. Ausserhalb der neuen Anlage entstand eine Gärtnerei mit einem Glas-Gewächshaus und drei Foliengewächshäusern als Ersatz für die alte Gärtnerei. Beim Gewerbehaus gab es kleine Veränderungen betreffend Heizung, Aufenthalt und Toiletten. Das Ökonomiegebäude erfuhr keine Änderungen. Weniger

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