Erneuerung Spitäler Schaffhausen

Ort: Geissbergstrasse 81, 8208 Schaffhausen
Wettbewerb: 1. Rang 2017
Arbeitsgemeinschaft: Bollhalder Eberle Architektur mit Itten+Brechbühl AG, Zürich
Auslobende Stelle: Spitäler Schaffhausen SSH
Landschaftsarchitektur: ASP Landschaftsarchitekten AG, Zürich
Haustechnik, Brandschutz, Energie, Akustik: Amstein + Walthert AG, Zürich
Beratung Spitalplanung: Daniel Pauli Architektur.Consulting, Villnachern
Bauingenieurwesen: Borgogno Eggenberger + Partner AG, St.Gallen
Fassadenplanung: Feroplan Egineering AG, Chur
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Das Areal des heutigen Kantonsspitals befindet sich am Siedlungsrand der Stadt Schaffhausen auf einer Waldlichtung. Diese einzigartige Umgebung wurde nach dem zweiten Weltkrieg zum Bau eines Spitals – ganz im Sinne der Moderne an ruhiger und staubfreier Lage – erschlossen.
 
Das Projekt ergänzt den charakteristischen Altbau aus der Nachkriegszeit mit einem im Grundriss quadratischen Gebäude mit einer Seitenlänge von 82m. Dieser Neubau liegt im nordöstlichen Perimeterbereich, welcher durch die Geissberg- und Grafenbuckstrasse begrenzt wird. Das Gebäude spannt auf seiner Westseite zusammen mit dem Altbau einen neuen, attraktiven Vorbereich auf. Zu diesem Platz zeigt sich das Volumen viergeschossig und ist somit um 3m tiefer als der Altbau. Eine Kolonnade zum Platz hin charakterisiert das Spital als öffentliches Gebäude. Zentral am Platz, in der Mitte der Hauptfassade, liegt der neue, grosszügige Haupteingang. Mehr

Durch die Lage des Baukörpers im natürlichen Terrain kann die Höhendifferenz zur Geissbergstrasse hin auf eine selbstverständliche Art und Weise genutzt werden. Die Anlieferung des Gebäudes profitiert ebenfalls vom natürlichen Terrainverlauf. Diese kommt an der Nordostecke des neuen Spitals zu liegen und wird direkt ab dem unteren Bereich der Grafenbuckstrasse erschlossen. Die Erschliessungswege sind auf diese Weise maximal entflechtet. Die Vorfahrt des Notfalls kommt im Norden des Gebäudes zu liegen, der Hauptzugang und die Vorfahrt für Besucher sind auf dem neuen Vorplatz verortet.
 
Zum Park im Süden der Anlage bildet das neue Volumen zusammen mit dem historischen Bestandsbau eine Parkfassade aus. Um dem Altbau aus den 1950er Jahren seine Kraft als Solitär im Park zurückzugeben, wird der Neubau - ebenfalls ein Solitär – zurückgesetzt und als tieferes Volumen geplant. Zwischen den beiden Gebäuden führt ein Weg aus dem Park zum neuen Vorplatz und zum Haupteingang. Im Norden und Osten des neuen Spitals, in den Zwischenzonen zwischen Geissberg- und Grafenbuckstrasse, bleibt der charakteristische Wald bestehen. So wird eine spannende Wechselbeziehung zwischen dem neuen Gebäude- und dem bestehenden Baumvolumen etabliert.
 
Das total siebengeschossige Gebäude wird über den Vorplatz mit Kolonnade beim Haupteingang betreten. Drei grosszügige, bepflanzte Lichthöfe bringen viel Tageslicht ins Zentrum des Gebäudes. Im Schnitt durchstossen die Höfe das gesamte Gebäude. Sie ermöglichen nebst der angenehmen Innenraumatmosphäre auch eine optimale Orientierung für die Besucher sowie das Personal innerhalb des Gebäudes.
Eine zentrale Hauptachse in Nord-Süd-Richtung gliedert das Gebäude in allen Geschossen. Auf dieser Schwerpunktachse angeordnet befinden sich die zahlreichen Lifte. Vier weitere, symmetrisch angeordnete Kerne beinhalten die Fluchttreppenhäuser sowie die ideal dimensionierten Schächte für die Gebäudetechnik.
 
Von der zweigeschossigen Eingangshalle mit Anmeldung und Wartebereich führt eine grosszügige Treppenanlage in das erste Ober- respektive Untergeschoss. In diesen Geschossen sind die publikumsintensiven Nutzungen organisiert, weshalb sie in unmittelbarer Nähe zum Eingang angeordnet sind. Im Erdgeschoss bieten die bepflanzten Lichthöfe interessante Blickbeziehungen quer durch das Gebäude: Sie geben der Anmeldung sowie dem Wartebereich eine einzigartige Raumstimmung. Zudem ermöglicht der südliche Hof den direkten Blickbezug zum Restaurant, welches an der Südseite des Gebäudes mit einer Terrasse zum Park angeordnet ist. Die beiden obersten Geschosse beinhalten die Patientenzimmer. Pro Geschoss ist eine Dreifachstation angeordnet. Die Zimmer sind in diesen beiden Geschossen allesamt zur Fassade hin orientiert. Im Zentrum der Geschosse sind die allgemeinen Räume um die Lichthöfe herum angeordnet.
 
Der Neubau wird in ein Kleid aus horizontalen Bänder gehüllt. In den unteren Geschossen wechseln sich metallische Brüstungsbänder mit Fensterbändern ab. Vertikal strukturierte Aluminiumelemente aus filigranem Trapezblech materialisieren die Brüstungsbänder. Die Fensterbänder werden durch vertikale, schwarz glänzende Natursteinelemente im Rhythmus der Gebäudestruktur gegliedert. Diese Natursteinelemente mit hellen Glimmereinschlüssen kontrastieren die sonst technische Fassade und nobilitieren diese.
Die beiden obersten Geschosse mit den Patientenzimmern verfügen über eine umlaufende Loggiaschicht, welche durch Natursteinbänder als Brüstungsabschlüsse horizontal strukturiert werden.
Die Hauptfassade mit Haupteingang wird über ihre ganze Länge von einer Kolonnade begleitet. Da diese Platzfassade nur viergeschossig in Erscheinung tritt, bildet das erste Obergeschoss im Zusammenspiel mit der Kolonnade im Erdgeschoss eine Art «piano nobile» aus, was die Wirkung des neuen Spitals als öffentliches Gebäude weiter stärkt. Weniger

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